Kulturdenkmal Rußhütte
Zeugnis alter Waldberufe und Denkmal der Chemiegeschichte in Enzklösterle im Schwarzwald
Steinerner Zeuge eines ausgestorbenen Waldgewerbes und ein Denkmal der deutschen Chemiegeschichte - so könnte man mit wenigen Worten die Rußhütte Enzklösterle umschreiben. Dieses alte Gebäude wurde 1829 erbaut, 1982 wiederentdeckt und von 1992 bis 1994 vollständig restauriert. Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier Kienruß für die Herstellung schwarzer Färbemittel gewonnen. Die Rußhütte Enzklösterle ist eine Rarität. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es in Deutschland keine ähnlich gut erhaltene Rußhütte. Dies führte zur Einstufung der Hütte als Kulturdenkmal nach § 2 Denkmalschutzgesetz.
Das Kienrußbrennen
Das Kienrußbrennen wurde meist als zusätzliches Gewerbe ausgeführt, doch konnte ein Kienrußbrenner bei sparsamer Lebensweise seinen Unterhalt auch allein mit Rußbrennen bestreiten. Im Jahr 1800 berichtete K.F.V. Jägerschmid aus dem Murgtal, eine Kienrußbrennerei habe pro )ahr bei 110 Bränden 44 Zentner Ruß erzeugt. Unter Ansatz eines durchschnittlichen Preises von 25 Gulden pro Zentner ergab dies eine Einnahme von 1100 Gulden. Für Brennmaterial, Gerätschaften, Gehilfen, Abgaben und Zinsen musste der Rußbrenner 736 Gulden bezahlen. Somit verblieb ihm ein Jahresertrag von 364 Gulden. Ein Gehilfe kam bei drei Gulden pro Woche auf einen Jahresverdient von 156 Gulden














